Innere Quellen

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Gerade komme ich von einem sehr intensiven Kalligraphie-
Symposium in Belgien mit vielen, vielen Eindrücken
zurück. Die etwa 60 Teilnehmer kamen aus aller Welt
angereist, um sich auszutauschen, sich kennenzulernen
und natürlich vor allem um Neues dazu zu lernen…

Vier wunderbare und erfahrene Dozenten haben uns in phantasievoller Weise dazu angeregt, neue kalligraphische Ausdrucksmöglichkeiten zu finden, alte Sehgewohnheiten aufzubrechen und auch dem Zufall Raum zu geben, damit völlig neue Assoziationen entstehen und so bereichernd in die Arbeit einfließen können.
Aber auch endlose Wiederholungen desselben Wortes können eindrückliche Blickveränderungen bewirken, malerische Techniken in Gruppenarbeiten auf großen Flächen führen zu unerwarteten und reizvollen Ergebnissen. Rückblicke in die Kunstgeschichte, aber auch das Erkunden und Niederschreiben von eigenen Lebensfragen, die uns tief bewegen sind große Herausforderungen, dazu inspirierende Gruppengespräche, die lange nachwirken werden und vieles mehr…

Die Woche war zu intensiv und umfangreich, als dass ich alles hier aufzählen könnte, aber der Schatz der schöpferischen Möglichkeiten, den wir haben, um uns auszudrücken scheint wirklich unbegrenzt zu sein!

Wenn man bereit ist, sich auf Unerwartetes einzulassen, führt gerade dieses scheinbar planlose Experimentieren überraschenderweise direkt an die eigenen Quellen und so kommen ungeahnte Ideen, alte Wünsche und neue Bilder zum Vorschein!

Wir sollten unsere inneren Quellen wieder sprudeln lassen….

4 Gedanken zu „Innere Quellen

  1. Monika Kretschmer

    “Wir sollten unsere inneren Quellen wieder sprudeln lassen….”
    Das ist ein Thema, mit dem ich mich im Moment gerade intensiv auseinander setze, im Zusammenhang mit experimentellem Schreiben habe ich es allerdings noch nicht betrachtet. Beneidenswert, dass Du an dieser tollen Veranstaltung teilnehmen durftest.

    Herzliche Grüße aus Brandenburg
    von
    Monika Kretschmer

    Antworten
    1. Sabine Danielzig Artikelautor

      Liebe Monika,
      ja, ich glaube, dass es immer intensiv ist, weil man so schlecht “dran kommt”…
      und man sich selbst ein wenig auf die Schliche kommen muss…Ich würde mich freuen, mehr über Deine Unternehmungen diesbezüglich zu hören.

      Ganz herzlich, Sabine

      Antworten
      1. Monika Kretschmer

        Liebe Sabine,

        Es ist eigentlich nichts besonderes, worüber ich berichten könnte.
        Nachdem ich Ende Juni beruflich die Reißleine ziehen musste, da nichts mehr ging, bin ich auf der Suche nach Energiequellen, die ich letztendlich in mir selbst vermute (…”Innere Quellen”). Es ist wie bei so vielen Menschen: Man läuft wie im Hamsterrad. Ich habe interessante Bücher gelesen und daraus gelernt, dass man auf sein Herz hören muss, ansonsten versagt der Körper eines Tages seinen Dienst. Ich glaube jetzt langsam zu verstehen und zu fühlen, was das wirklich bedeutet. Vom Kopf her war es mir schon viele früher klar. Aber einmal in der Woche 1,5 Stunden Taiji reicht da einfach nicht aus. Ich vermute, ich muss meine gesamte Einstellung zum Leben verändern. Ich glaube zumindest, dass ich auf einem guten Weg bin.
        Als ich 2013 schon einmal ein halbes Jahr ausfiel, hat mir das Schreiben geholfen. Anlass war der Artikel über Dich in der Landlust. Ich habe mir das Buch von Prof. Pott zugelegt und die Humanistische Kursive gelernt. Man kommt beim Schreiben so herrlich zu Ruhe. Gern hätte ich noch die Anglaise gelernt, war allein aber leider nicht möglich. Jetzt habe ich schon lange nicht mehr geschrieben. Ich denke, ich sollte es wieder tun …

        In diesem Sinne
        Herzliche Grüße
        Monika

        Antworten
        1. Sabine Danielzig Artikelautor

          Liebe Monika,
          seltsamerweise sind es gerade die scheinbaren Schwächen, die uns vom gewohnten Weg abbringen, durch die wir uns aufgerufen fühlen nach unseren eigentlichen Schätzen
          zu suchen…
          Zu dem, was Du beschreibst, fällt mir ein Satz des Schweizer Philosophen Peter Bieri ein, der mir sehr wertvoll geworden ist:

          “Wer sich in dem, was er ist,
          nicht ausdrückt,
          verpasst eine Möglichkeit zu erkennen,
          wer er ist.”

          Schreiben ist vielleicht eine Möglichkeit, sich auszudrücken und ein paar neue Seiten
          an sich zu entdecken…

          Im Weimarkurs nächste Woche gehen wir ein paar von diesen Fragen nach…Ich bin ganz
          gespannt und werde berichten.

          Mit ganz herzlichen Grüßen
          aus den Vorbereitungen,
          Sabine

          Antworten

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