Warum Kalligraphie?

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Wie könnte sich eine Arbeit anfühlen, bei der gespielt wird mit dem Klang des Wortes, den Lauten der Gedanken, mit Schreiben und Linien, mit Farben und Werkzeugen in den Händen?

Kalligraphie könnte mit Geschichten und Gedichten spielen, sie
umschmeicheln, sie fühlbar machen, so als würde einem etwas von einem
vertrauten Menschen vorgelesen werden. Auch dort erlebt man im Lauschen
ganze Welten im eigenen Inneren. Farben funkeln, Düfte und Musik
erscheinen auf geheimnisvolle Weise klarer als im wirklichen Leben.
Sie könnte bezaubern, entführen in tiefere, zartere Empfindungsschichten.
Man möchte von ihr umfangen werden, sie hören, fühlen und betrachten zugleich..
Sie könnte unseren Geist, unsere Gedanken- und Gefühlswelten berühren.

Sie könnte? … Sie kann! …

Manchmal expressiv und roh, dann sanft und fein, gestochen scharf oder hinter weichen Schleiern fast verborgen. Sie kann abschweifen, sich verkringeln, auf fremde Kontinente in längst untergegangene Kulturen entführen. Alte, mit goldenen Zeichen durchwebte Bücher wehen mythische Geschichten zu uns herüber und machen sie träumerisch lebendig. Sie kann aber auch klecksen, unsere Geduld und Aufmerksamkeit herausfordern, Fragen und schwierige Aufgaben stellen…

Sie bietet uns immer einen Dialog an.

4 Gedanken zu „Warum Kalligraphie?

  1. Petra Decking

    Blicke werden tiefer
    herzlich
    Worte wärmer
    wesensnah
    Seelen finden
    Wahrheit Größe
    rühren
    ans Unendliche

    © Hans-Christoph Neuert (1958 – 2011), deutscher Aphoristiker und Lyriker

    Sie buchen einen Kurs bei Sabine Danielzig, haben eine kleine oder etwas größere Anreise und sind mit dem Ankommen und dem Erwerb der schönen Kunst in eine weite, tiefe Reise eingestiegen.
    Ja, die Kalligraphie, ein Entschleunigungsverfahren unsere an die moderne Welt angepasste Geschwindigkeit, eröffnet sanft und individuell Räume in unserer Seele.
    Nirgendwo empfinde ich so intensiv mein kreatives, ruhiges Selbst wie in der schöpferischen Auseinandersetzung mit Hand, Wort und Material, die meinen inneren Prozessen einen Ausgang in die Welt geben.
    Danke, Sabine.

    Antworten
    1. Sabine Danielzig

      Wie schön zu hören, dass die Muse während des Schreibens auch zu dir kommt. Danke für die schöne Beschreibung!

      Antworten
  2. Andrea Rohleder

    Guten Morgen Frau Danielzig,

    auch für mich finde ich immer wieder in der Kalligrafie die Muße und Ruhe, die ich zum Ausgleich brauche.
    Ich denke so oft an Ihren wunderbaren Laden und ärger mich umso mehr, dass es in meiner neuen Heimat nichts vergleichbares gibt.

    Wir sind nun umgezogen und ich habe ein wunderbares Zimmer, in dem ich im Licht der Morgensonne heute schon geschrieben habe. Aber ich habe immer so viele Fragen, wenn mir etwas nicht gelingen mag und ich ungeduldig werde.

    Ich gratuliere zu diesem wunderbaren Blog und wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg, in allem was Sie tun. Vielleicht sieht man sich ja mal wieder, ich würde mich freuen.

    Alles Liebe und Gute und …..weiter so!

    Ihre
    Andrea Rohleder

    Antworten
    1. Sabine Danielzig

      Liebe Frau Rohleder,
      das Schreiben in der Morgensonne klingt ganz wunderbar!
      Die Fragen werden sich während des Arbeitens lösen und
      wir sehen uns sicher wieder zum Thema der Kalligraphie.

      Danke für die guten Wünsche! Viele weitere sonnige
      Stunden der Muße und Entschleunigung…

      ganz liebe Grüße aus dem Dörfchen

      Antworten

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